Wer ein wirklich kaltes Buch lesen will, sollte zu Jenny Erpenbecks „Wörterbuch“ greifen. Auch hier wird eine Quelle der Erstarrung nicht nur beschrieben, sondern regelrecht seziert: die Traumatisierung. Und was den Text wirklich fantastisch macht, gleichzeitig aber auch schwierig zu lesen: er erklärt nicht, er versucht nicht, unser Verständnis zu bekommen, er bleibt kalt.

Verwandlerin 27. Mai 2024
Ich habe viel an dich gedacht, liebe Stephanie, hier in Paris. Hast du als Kunsthistorikerin vllt einen Buchtipp zu Marc Chagall für mich? Ich bin sehr fasziniert von seinen Bildern und seiner Biographie. Grüße aus der Stadt der Lichter, Marion
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Stephanie Jaeckel 4. Juni 2024
Entschuldige, ich war lange nicht auf meiner Seite, habe deshalb auch nicht geantwortet. Marc Chagall wird oft unterschätzt, weil seine Bilder harmonisch, bunt und fast ein wenig volkstümlich daherkommen. Dabei hat er Kriege miterlebt und war als Jude verfolgt. Die Poesie seiner Bilder liegt auch in einer inneren Kraft, sich Glauben und Schönheit nicht nehmen zu lassen. Als Bildwissenschaftlerin lese ich meist nur langweilige Kataloge oder schaue mir, wo ich kann, die Original-Bilder an. Deshalb kann ich leider keine wirklichen Tipps geben. Ich glaube, er hat selbst etwas geschrieben. Das würde ich mir auf jeden Fall einmal anschauen!
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