Sprechen, sprechen, sprechen

Gestern, nach dem Einkaufen, lief ich mit schweren Tüten bepackt hinter einem Vater mit Tochter her. Weil wir eine Weile denselben Weg hatten, hörte ich einen Teil ihrer Unterhaltung. Es ging um Austausch, der Vater benutzte das Wort „Kommunikation“, was vielleicht das einzige Wort in der Unterhaltung war, das ich monieren würde. Aber er sagte sehr wichtiges, das so naheliegend ist und leider immer wieder vergessen wird: wir müssen sprechen, um gehört und vor allem, um verstanden zu werden.

Ich habe lange gebraucht, um diesen Zusammenhang zu begreifen. Weil ich eigentlich immer davon ausgegangen bin, dass jede und jeder mich lesen kann wie ein offenes Buch. Das geht mir oft heute noch so: ich halte mein Verhalten für so klar- und durchsichtig, dass ich gar nicht auf die Idee komme, dass ein Gegenüber mich missverstehen könnte.

Von wegen. Und, das ist vielleicht noch überraschender: Wenn ich mich dann erkläre, komme auch ich dahinter, dass ich manches gar nicht so genau sagen kann. Womit wir bei Selbstgesprächen sind, die so manches Mal so einige klären helfen. Und übrigens ein toller Motivator sind. Für mich jedenfalls.

Will sagen: Sprecht mal mehr aus. Vieles vielleicht wirklich nur für euch. Zum Beispiel auch, wie es euch jetzt gerade geht. Das kann Horizonte öffnen. Und sagt vor eurem Geburtstag, was ihr euch wünscht. Das muss ja nicht als To-Do-Liste kommuniziert (!) werden.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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