Dass sie in Alkohol schwimmen, mag sie kaum trösten. Sie sind nämlich schon längst mausetot und wer sich mit Geistern und Gespenstern auskennt, weiss, dass sie weder riechen noch schmecken können. Aber schön anzusehen sind sie schon, die eingelegten Fische aus der Sammlung des Berliner Naturkundemuseums (hier noch in ihrer alten Abteilung). Ich hätte mir zu gerne welche stibitzt, um eine ordentliche Mitternachtsparty zu Hause hinzulegen, aber natürlich sind die Fischlein in ihren Gläsern viel zu schwer. Aber wer jetzt denkt, hart erkämpfte Funde aus verschiedenen Forscherleben vor Augen zu haben, wird enttäuscht. Denn die meisten Exponate werden von den Wissenschaftlern schlicht und schnöde auf Fischmärkten gekauft. Na gut, da müssen sie vielleicht auch wochenlang auf der Lauer liegen und sehr früh morgens aufstehen, um die besten Fänge dem Spitzenkoch vom Platz streitig zu machen. Warum die im Museum überhaupt Leichen aufbewahren? Wegen des Artensterbens. Kann ja sein, dass Raja asterias längst nicht mehr durchs Mittelmeer düst. Der hier sowieso nicht. Aber wer weiß. Ich habe die Gesellen ja doch in Verdacht, nachts ein Eigenleben zu führen. Wie ein Flaschengeist, der den Zauberspruch kennt, sich selbst aus seinem Glas zu befreien.
