Teenager-Sehnsucht

Als ich neulich dieses verwackelte Foto sah, fiel mir wieder ein, wie glücklich ich mit 17/18 war, einfach nur Beifahrerin zu sein in einem befreundeten Auto, das möglichst von meinem Kaff (hier kleb‘ ich, hier geh‘ ich ein) weg in eine andere Richtung fuhr. Meist war das Wegfahren auf die Hälfte der Zeit beschränkt. Die andere Hälfte brauchten wir dann ja für den Rückweg. Es waren kleine Fluchten, die mir ungeheuer abenteuerlich vorkamen, weil es mit etwas Fantasie ja doch schon fast so aussah, als wäre man weg von zu Hause. Meist fuhr ich mit meiner Cousine los, die älter ist als ich und nach dem Führerschein einen alten, aber durchaus imposanten Mercedes von ihren Eltern geschenkt bekommen hatten. Wir hatten Knabberzeug dabei, Süßigkeiten, hielten irgendwann auf einem Parkplatz oder einem Seitenweg und malten uns unsere Zukunft aus. Ob ich gelegentlich noch mal mit einem Freund oder einer Freundin nirgendwohin Auto fahren soll?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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