Geduld ist nicht gerade das, was mir gegeben ist. Nein, halt! Es gibt zwei Arten der Geduld, in der einen bin ich gut, die andere wird wohl noch ein weiter Weg. Gut kann ich mit Menschen geduldig sein oder mit Hunden. Sicher nicht mit allen Menschen, sicher nicht in allen Situationen, aber grundsätzlich werde ich nicht nervös, wenn es nicht in meinem Tempo geht. Auch Stillstand ertrage ich relativ gut. Aber wenn es um Arbeit oder Leistung geht, verwandele ich mich in ein Ungeduldsmonster. Eine Idee lässt sich nicht mir nichts, dir nichts umsetzten!? Grrrrrhhh! Schon werde ich unerträglich. Dazu passen für mich übrigens auch Ergebnisse der Forschung aus den letzten 40 Jahren, die besagen, dass möglicherweise Geduld bzw. Ausdauer wichtiger für den beruflichen Erfolg ist als Intelligenz.
Gerade gestern konnte ich wieder beobachten, wie schnell ich entmutigt bin. Da klappt was nicht so, wie ich mir das gedacht hatte, und schon säge ich an dem Ast, auf dem ich gerade sitze: Ich finde mich erst naiv, dann dumm (so eine blöde Idee), dann völlig unfähig, d.h. ich fahre gleich alle großen Geschütze auf, um mich schnell wieder auf Rückzug zu stellen. Bis mir heute, als ich mir die Sache noch mal ansah, eins klar wurde: Das kann ich nicht mit drei, vier Zügen fertig machen. Das ist kompliziert. Hier ist dranbleiben angesagt. „Steine klopfen“ nennt mein Nachbar das, und ich weiß, dass er weiß, wovon er redet. Was soll ich sagen. Heute ist ein guter Tag. Ich werde endlich mit dem Steine klopfen beginnen.

Myriade 12. Juli 2015
Vorsicht mit dem Staub beim Steineklopfen, der ist schlecht für die Augen 🙂
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papiertänzerin 12. Juli 2015
… merk ich mir: lieber Steine klopfen als Äste absägen…
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Stephanie Jaeckel 12. Juli 2015
Arbeit ist immer gefährlich (aber ich habe ja eine Brille) 😉 Äste absägen dagegen völlig bescheuert…
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