Das Foto ist mehr oder weniger noch von gestern, als ich von Paul Austers Kindheitserinnerungen schrieb, darunter seine Freude an Eichhörnchen, die immerzu Eicheln vergruben, ohne dass er je beobachten konnte, dass sie sie wieder (erst recht nicht im Winter) hervorholten. Freunde von mir haben ähnliches erzählt, ihre Schlussfolgerung lautete: „Eichhörnchen sind wahrscheinlich ziemlich dumm.“ Austers Vermutung (im Alter von sechs Jahren aufgestellt) ging in eine andere Richtung: „Wahrscheinlich buddeln sie für ihr Leben gern.“
Wer genau schaut, sieht das in die Tischplatte eingeritzte M+U (ob das heute noch gilt?), womit wir bei der Liebe sind, und ein Eichhörnchen ist, zumindest aus menschlicher Perspektive ein wildes und damit ein weitgehend freies Tier.
Freiheit oder Liebe, ging mir heute durch den Sinn, und ob das in etwa so gegensätzlich ist wie Geld oder Leben (und wie hintersinnig das nun wieder sein kann)? Halb Freiheit, halb Liebe? Geht wahrscheinlich gar nicht. Entweder oder? Oder mal so, mal so? Das uralte Knobelspiel. Und ich frage mich mal wieder: Was ist mir wichtiger?

papiertänzerin 24. Juni 2015
… was das Eichhörnchen betrifft, stimme ich klar für Austers Deutung, bei Liebe oder Freiheit knobel ich auch immer wieder …
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