Ein Wort scheucht Gedanken auf.

Soll es gelegentlich ja auch. Dann heißt es Stichwort, hockt mit ein paar Kollegen auf einem Zettel und wartet auf seinen Einsatz. Wer gedankenverloren durch den Sonntagnachmittag spaziert, mag mit dem Blick an unfreiwilligen Stichworten hängen bleiben. „Detachment“ kam mir heute unter, und ich gebe es wacker zu: Hätte meine Kamera keine Zoom-Funktion, ich wäre dran vorbei gelaufen. Aber so hatte ich ein Wort und schon flatterten Gedanken auf. Schwer zu beschreiben, so ein Gedankenstoß, denn da geht fast alles gleichzeitig, in halben Sätzen, viertel Fragen, vermischt mit Ähs und Ohs, aber dass ich zuerst dachte, „im Französischen hieße es ja détachement, also ist es Englisch“, erinnere ich mich. Dass das Wort auf dem Tempelhofer Flughafengebäude steht, gab die eine Richtung, die Erinnerung ans Vokabellernen aus der Schulzeit eine andere. Schließlich dass „trennen“ eben nicht nur „entzweien“, sondern, wenn man es sich auf Englisch vorsagt auch „freisetzen“ bedeutet, wurde ein besonders fröhlicher Gedanke, der noch viele Kapriolen schlug.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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