Und wie geht es weiter?

Wer Diät hält, kennt zwei Finale (meist aus eigener Erfahrung): Den Abbruch noch vor dem Ziel oder das allmähliche „Purzeln der Pfunde“ (als wenn da je was purzeln würde, die schleichen eher aus). Was dem Michelin-Männchen Sorgen bereiten würde, habe ich mittlerweile erreicht. Die Röllchen sind weg. Aber wie geht es weiter? Und hat es sich gelohnt?

Unerwartet war, wie sehr sich mein Geschmack veränderte. Ich habe Obst und Gemüse häufig roh gegessen, mit ein paar Tropfen Öl oder gedünstet, so dass der Eigengeschmack ganz für sich blieb – umso mehr, als ich selten gemischt habe, d.h. entweder gab es Tomaten oder Möhren, Gurken oder Mais, Zucchini oder Auberginen und dazu dann Reis oder Kartoffeln – gelegentlich sogar ein paar Nudeln. Übrigens war ich auch verblüfft – und damit komme ich zu einem erfreulichen Nebeneffekt – um wie viel preiswerter der Lebensmitteleinkauf wurde.

Unerwartet war auch, wie hartnäckig meine Lust auf Süßes bleibt. Die ersten Wochen gab es gar kein Vertun. Ich wollte nichts Süßes und bin kaltblütig an allen Versuchungen vorbei marschiert. Mittlerweile habe ich Halluzinationen. Vor allem wenn ich (lange) unterwegs und schon müde bin.

Erwartet, dann aber doch anders, als gedacht, war das Zurückschmelzen auf meine alte Figur. Darum ging es mir ja zuallererst, wieder in meine Kleider zu passen. Aber es wurde viel emotionaler. Weil ich das Gefühl hatte, mich wieder zu finden. Nachdem ich mich schon damit arrangiert hatte, mit dem Alter zuzunehmen. Altern fordert tatsächlich Veränderung. Vielleicht aber gibt es bestimmte Äußerlichkeiten, mit dem sich jeder Mensch besonders gut oder bei sich fühlt. Aber wie man die nun wieder findet und nicht bloß den Idealbildern aus der Konsumwelt nacheifert – !?

Wirklich unerwartet war, wie wenig Leute merken, dass ich abgenommen habe. „Was, wirklich?“ Höre ich meist, aber auch, dass ich gut aussehe. Wie es weitergeht? Ich möchte nicht in alte Schlecker- und Knabbergewohnheiten zurückfallen. Aber ich möchte auch nicht im Diätmodus hängen bleiben (dass das eine Gefahr ist, spüre ich gerade deutlich). Ich möchte eigentlich eine Weile gar nicht mehr über mein Gewicht nachdenken. Deshalb ist hier auch Schluss. – Aber eins noch: Diät geht! Um denen Mut zu machen, die sich gerade nicht so recht trauen.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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