Han Solo und Luke Skywalker hätten sicher keine Probleme, in dieses vergammelte Flugzeug einzusteigen und los zu fliegen. Ihr „Erfinder“ Georges Lucas hatte sich für seine Star Wars Filme ein neues Image der Zukunft ausgedacht, eben die „gebrauchte“, schon etwas runtergekommene Zukunft. Mir scheint das bis heute plausibel, sehen doch so mache Maschinenrelikte größer und kräftiger aus als blitzneue Objekte, ganz so als würden sie nur schlafen und sich nur ein paar Mal schütteln müssen, um wieder startklar zu sein. Außerdem verspricht die Reise mit einem Schrottvehikel fantastischer zu werden: Auf dem regulären Flughafen München wird man mit so etwas sicher nicht mehr aufschlagen können, aber vielleicht in der Wüste, im ewigen Eis oder gleich auf dem Mond. Und es müssen verwegene Gestalten sein, solche wie Han Solo, die einen zum Flug einladen. Würde ich mich trauen?
Komischerweise musste ich bei dieser Flugzeugruine auch an meine Kindheit denken. Vielleicht weil wir oft mit verbeulten und zerschlissenen Dingen spielten. Vielleicht weil Kindern alles Mögliche plausibel ist, selbst ein fliegender Schrotthaufen. Sich zwischen Kindheit und der erwachsenen Gegenwart hin und her zu bewegen, gilt Entwicklunspsychologen als „gesundes“ Tun. Die Kinderzeit nicht als vergangen hinter sich zu lassen, sondern auf den dort gemachten Erfahrungen aufzubauen, ist nach Freud ein dynamisches Verfahren und notwendig für klare Gedanken. „Gebrauchte Zukunft“ hätte damit für mich auch eine ganz aktuelle Bedeutung: als schon etwas mitgenommene Gestalt meine Zukunft denken zu können. Eine Zukunft, in der ich als nicht mehr ganz blitzblanke Neuproduktion keineswegs fehl am Platz wäre.
