Kein Ort, nirgends

Spätägyptische Literatur, so dachte ich, sei etwas fürs Fachpublikum. Wie überrascht war ich, rasante Abenteuerromane zu finden, mit allen bis heute üblichen Zutaten (sex and crime), spannend und die Leser/innen ins exotische Ausland führend, hier und da allerdings mit ungewissem Ausgang, da sich (noch) nicht alle Texte rekonstruieren lassen. Hingerissen bin ich von den stereotypen, aber sehr bildhaften Wendungen, mit denen große Gefühle beschrieben werden. So finden Männer und Frauen in den Geschichten keinen Ort auf Erden, auf denen sie sein können, wenn ihnen ein großes Unglück widerfährt. Oder wenn einer schlaflos vor Liebe bleibt, heißt es: Er konnte nicht Schlaf empfangen, wegen der Art des Liebens, die in seinem Herzens auf (die Frau) gerichtet war. (Zit. n.: Friedhelm Hoffmann, Joachim Friedrich Quak: Anthologie der demotischen Literatur. Berlin 2007. S. 55ff.)

 

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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