Heute startet in Deutschland der Dokumentarfilm „My stuff“, in dem ein junger Finne genau diese Frage stellt. Das Experiment, das er dazu anstellt und filmt, ist so simpel wie radikal: Er räumt seine gesamte Wohnung aus, lagert alles ein und erlaubt sich vom ersten Drehtag an je nur einen Gegenstand alle 24 Stunden aus dem Lager zurück zu holen. Um nach einem Jahr gerade einmal 365 Gegenstände wieder zum täglichen Leben zur Verfügung zu haben. Die Idee hat mich elektrisiert. Nicht unbedingt zum Nachahmen. Im Winter nackt auf dem blanken Fußboden zu schlafen, gehört nicht zu den Dingen, nach denen ich mich gerade sehne. Aber die Frage nach der Wichtigkeit von Gegenständen treibt mich schon lange um. Wie viele Gegenstände würde es brauchen, damit ich mich „vollständig“ fühle? Wie viele zusätzliche Gegenstände bräuchte es, um mich richtig wohl zu fühlen? Könnte ich bei 365 aufhören? Und was würde ich mit dem Rest machen? Spannende Fragen. An denen ich schon mal knabbern kann, bevor ich den Film sehe. Der junge Finne heißt übrigens Petri Luukkainen.

Maren Wulf 5. März 2015
Habe mir den Film mit einem fetten Ausrufezeichen in den Schussel-Kalender geschrieben. In Hamburg läuft er diese Woche leider noch nicht. Ziemlich radikal mit nur einem neuen Gegenstand pro Tag, aber der Ansatz ist klasse. Ich denke gerade mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen an eine mehrmonatige Rucksackreise zurück, bei der ich so wenig Sachen (allerdings immer zwei Bücher gleichzeitig) dabei hatte, dass ich jederzeit innerhalb von zehn Minuten abmarschbereit war.
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Stephanie Jaeckel 6. März 2015
Dein „Lächeln auf den Lippen“ hat bei mir zuerst die Frage aufleuchten lassen, wann ich den ersten Lippenstift holen würde 😉 – und: Ich musste vor ein paar Jahren für einige Monate aus einem Koffer leben, von Freunden zu Freunden regelrecht nomadisierend, weil meine Wohnung abgebrannt war (nee, nee, ich hatte kein Feuerchen gemacht, der Brand und v.a. das kondensierende Löschwasser kamen aus der Etage tiefer). Die Zeit werde ich nie vergessen. Es war so befreiend.
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papiertänzerin 6. März 2015
… ich bin eine Sachensammlern, trage von hier nach da, nach dort, hoffe aber noch auf die große Befreiung, vielleicht kann der Film mich dazu verführen… einen Lippenstift jedenfalls würde ich nicht vermissen 😉
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