Dass sie aussterben, mag ein Segen sein. Dennoch tun sie mir Leid, so übereinander geworfen in der Wühlkiste zu liegen – einst der Stolz ihrer Trägerinnen…! Als Kind habe ich mich vor ihnen gefürchtet. Als könnten sie ihre spitzen Schnauzen doch plötzlich auf – und mit Karacho in meinen Arm wieder zuklappen. Auch rochen sie komisch. Mit ins Bett hätte ich ein Kragentier nicht genommen. War es das Wilde eines solchen Pelzkragens, der mit Gesicht und Pfoten für die Echtheit des Fells und seiner Ganzheit (kein Stückwerk! und vor allem keine Hauskaninchen!) bürgte? War es die Sehnsucht nach unverfälschter Natur? Konnte sich der Ehemann oder Begleiter der Kragen tragenden Dame sogar in der Fantasie wiegen, für sie ein Tier geschossen (wenngleich nur symbolisch, aber dafür teuer bezahlt) zu haben? Es gibt eine Fotografie meiner Großeltern im Park. Sie sehen noch ungeheuer jung aus, gut gelaunt fast, und meine Oma trägt einen solchen Pelzkragen lässig über den Schultern. Wie das aussieht! Als hätte sie sich eine lebende Schlange umgelegt! Das Pelztier richtet seinen treuen Blick genau in die Kamera. Wie ein kleiner Hund. Mausetot herumgetragen bei einem Sonntagsspaziergang im Park.

saetzebirgit 27. Februar 2015
Oh, bei dem Bild wurden sofort Erinnerungen wach, die der Text verstärkt hat – auch meine Großmutter hatte diese Kragentiere…
LikeLike
Stephanie Jaeckel 27. Februar 2015
hm, ja, scheint tatsächlich eine aussterbende spezies, das kragentier. omas natürlich auch. während spinnen weiterhin ungerührt über das erdenrund spazieren. tja. aber schön, dass du an deine großmutter gedacht hast. solche gedankenbesuche sind ja meist eine schöne abwechslung.
LikeLike
Joey 27. Februar 2015
So möchte auch mal „überleben“. Aber Frauchen würde das nicht wollen.
LikeLike
Stephanie Jaeckel 27. Februar 2015
hallo joey, bist du der kleine hund auf dem foto? – hmmm, ich glaube, ich kann frauchen verstehen…
LikeGefällt 1 Person