Ich stelle mir einfach vor, dass sie gerade einkaufen sind.

Er hatte Angst vor dem Tod, auch wenn er ihm in jungen Jahren schon einmal von der Schippe gesprungen war. Andy Warhol mied Sterbende aus seinem Umkreis bis hin zur groben Unhöflichkeit. In seinem letzten Interview am 22. Januar 1987 sagt er unter anderem: „Ich möchte nicht über negative Dinge sprechen“ – ein Hinweis auf seine Verunsicherung, die mit dem Alter größer wurde. Nach seiner Mutter gefragt, antwortete er auch Jahre nach ihrem Tod noch, „Oh, ich glaube, sie ist gerade einkaufen.“

Sein Tod kam plötzlich, und vielleicht ist ihm damit ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Nach einer gut überstandenen Gallenstein-Operation starb er heute vor 28 Jahren völlig unerwartet – genaue Umstände und Gründe wurden nie geklärt. Ins Grab haben Freunde ihm einen Flakon Chanel No 5 mitgegeben. Wie sagte Marilyn Monroe 1952 noch? – „Zum Schlafen trage ich nur ein paar Tropfen Chanel Nº 5“. Vom Tod keine Rede.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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