Ob Cézanne überhaupt einen Gedanken darauf verwendet hat, dass ein Z seinen Namen kreuzt? „Er ist der seltsamste Kerl, den man sich vorstellen kann“, so lautete die Einschätzung zahlreicher Zeitgenossen. Denn der Maler galt als kauzig, geradezu menschenfeindlich je älter er wurde. Kinder bewarfen den alten Mann auf seinem täglichen Weg „vor das Motiv“ mit Steinen – ein didaktisch sicher anspruchsvolles Kunstbuch: „Cézanne für Kinder“ lässt mich jedes Mal – wenn auch eher traurig – lachen. Der Maler litt an nicht diagnostizierter Zuckerkrankheit und an Altersdepressionen. Wie konnte es auch zusammengehen, dass er der größte Maler war – und, um mir diesen Einschub zu erlauben, immer noch ist – und von aller Welt verkannt (vom fehlenden Geld gar nicht zu reden). Cézanne ging, wenn er in Anzug und oft schwer bepackt „vor das Motiv“ marschierte, an Grenzen, wohin ihm zu Lebzeiten keiner folgen konnte. Er ist an seiner Überbegabung zerbrochen. Heute wäre Paul Cézanne, wenn es damals bessere Medikamente und einen entsprechenden Zaubertrank gegeben hätte, 176 Jahre alt geworden.
