Mittelalterliche Dinosaurier.

Von wegen Fabelwesen. Natürlich konnten sie damals Zeit noch nicht in den Dimensionen denken, mit denen Wissenschaftler heute hantieren. Im Mittelalter gab es die Ewigkeit und die Welt, die – je nach Rechnung – ein paar Tausend Jahre alt war. Dazwischen passte nicht eine Pergamenthaut. Knochenfunde prähistorischer Tiere, die bereits in der Antike gemacht wurden, mussten aber irgendwo untergebracht werden. Die US-amerikanische Historikerin Adrienne Mayor spricht von „sophisticated concepts“, deren sich bereits die Skythen bedienten, um in der Gobi-Wüste gefundene Reste des Protoceratops zu deuten. Deren riesiger Schnabel auf einem Körper, der entfernt an einen Löwen erinnert, ließ sie an ein Mischwesen aus Vogelkopf und Raubkatzenkörper denken. Der Nackenschild der Saurier wurde als Flügel umgedeutet, fertig war der Greif, der im Mittelalter wegen seiner Stärke und dem scharfen Blick gern als Schutzsymbol verwendet wurde. Er gab ein gutes Motiv für Aquamarile ab – also: Händewaschen nicht vergessen!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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