Wer ein Essen gibt, sollte, bevor er oder sie sich Gedanken macht, was auf den Tisch kommt, überlegen, wer auf den Stühlen drumherum Platz nimmt, denn jedes gute Essen besteht zur Hälfte aus guten Gesprächen! Und dann in der Bar nachschauen, ob die Basics da sind, als da wären: Gin, Wodka, Scotch, Whiskey, Soda, Tonic, Oliven, Zitrone und viel Eis. Sodann ist die Menü-Folge gefragt und am besten gleich als Einkaufszettel notiert. Ein Hausputz ist lässlich, die Wege für die Gäste sollten natürlich frei geräumt und sauber sein. Bevor die vollen Einkaufstüten eintreffen, wird die Küche klar gemacht. Jetzt kommt der strategische Teil: Vom Beginn des Essens gilt es rückwärts zu rechnen, was wann fertig sein oder angerichtet werden will. Wer es Sterneköchen gleichtun will, kann Skizzen davon machen wie die Speisen auf den Tellern anzurichten sind. Auch für die Dinge jenseits der Küche lohnt sich ein Plan: Wer deckt wann den Tisch, wer kümmert sich um Aperitif und Nüsschen, wer ist für die Vorspeise zuständig, wer bereitet den Kaffee vor, füllt Wasser in die Karaffen, schneidet Brot, zündet die Kerzen an? Nicht zuletzt: wer geht wann ins Bad? Schließlich sollte man ein paar Extra-Minuten einplanen bevor die Gäste kommen und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen: „Gut gemacht, soweit!“ Wer höflich gegenüber Zuspätkommenden ist, rechnet für Aperitif und Vorspeise 45 bis 60 Minuten. Und: Das Ende eines Festessens ist genauso wichtig wie der Anfang und kann mit einer Runde Törtchen, mit Kaffee oder Likör eigeleitet werden. Wenn immer es möglich ist, sollte man zu zweit kochen: es macht einfach mehr Spaß (gilt übrigens auch für den Abwasch danach und der dann fälligen „post-party-analysis“). Zum Schluss ein Zitat von Horaz: „Das Genie eines Gastgebers offenbart sich wie das eines Generals erst durch Missgeschicke…“
Die Tipps samt Zitat stammen von dem amerikanischen Schriftsteller James Salter und seiner Frau Kay (beide erfahrene Gäste und Gastgeber): Life is Meals, New York 2010.