Die Nacht küssen,

wer weiß, vielleicht hilft es ja, mit der winterlichen Dunkelheit Freundschaft zu schließen? An sich hat der Dezemberhimmel durchaus einige Highlights zu bieten: Heute zum Beispiel tanzte der Mond einen Schleiertanz mit den Wolken. Aber was soll ich sagen: Es war gerade einmal fünf Uhr (nachmittags)! Doch wie küsst man eine Nacht? Oder reichen vielleicht schon kleine Liebesbriefchen? Und dann? Auf die Fensterbank legen? Auf ein Hochhaus steigen? Einen Nachttraum starten? Hatte nicht neulich jemand eine Himmelsleiter?

Die roten Lippen gibt es übrigens noch – hätte ich mir eigentlich denken können, dass die nicht weg sind: das ist Kunst. Verschwunden dagegen sind die prächtigen Leuchten, von denen immer eine so tat, als sei sie der dicke volle Mond. Nachzusehen auf den Satellitenfotos von Google, Place des Arts, Montreal.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

  1. Avatar von Ina Stachat

    papiertänzerin 5. Dezember 2014

    … du darfst dir meine Himmelsleiter gern ausleihen, um die Nacht zu küssen oder den Mond zu umarmen;-). Ist aber vielleicht windig dort oben, daher mein Vorschlag: Eintauchen in die Dunkelheit, leise werden, tastend Stille und Unsichtbarsein geniessen…

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