Als Kind hatte ich eine unbedingte Neugier fürs Weltalls. Nicht nur, dass Raumschiff Enterprise gleich nach der ersten Sendung zu meiner Lieblingsserie wurde, offensichtlich hatte ich auch schon im Kindergarten präzise Vorstellungen von den Anforderungen interstellarer Flug- und Laborinstrumente (die Abb. zeigt eine frühe Planskizze aus meinem Archiv). Philae, das europäische Minilabor, das letzte Woche auf dem Kometen 67 P aufgesetzt hat (und mittlerweile in einen verdienten Tiefschlaf gefallen ist), hat zumindest eine verblüffende Erkenntnis geliefert: Der Komet stinkt ziemlich respektlos nach Stall und faulen Eiern. Hätten das, denkt man betroffen, die drei Weisen aus dem Morgenland gewusst!? Aber nein! Halt. Die Sache mit dem Kometen ist eine Fälschung (wenn auch sicher keine absichtliche): Der italienische Maler Giotto di Bondone hatte 1301 den Halleyschen Kometen gesehen und es für eine gute Idee gehalten, ihn bei der nächsten Krippendarstellung als Modell für den Stern von Bethlehem zu nehmen. Also tief durchatmen: die Weisen aus dem Morgenland sind keinem stinkenden Leitstern gefolgt. Und Philae wird vielleicht einmal von einem kleinen Prinzen wachgeküsst. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
