wünschte schon der Romancier Chrétien de Troyes im 12. Jahrhundert, wörtlich: „que reisons est que totevoies, doit chascuns panser et antandre a bien dire et a bien aprande“, dass jeder immerfort darauf sinne und sich befleißige, Gutes zu reden und Nützliches mitzuteilen.
Denn vieles sei mehr wert, als man denke, und es sei nicht klug gehandelt, eigenes Wissen nicht weiterzugeben. Das klingt nicht nur modern, sondern auch menschenfreundlich. Wer hat sich nicht schon in der Schule über diejenigen geärgert, die niemanden unter keinen Umständen abschreiben ließen!? Ach, hätte man damals schon altfranzösische Romane gelesen! Zu dem guten Argument gegen die Mäuerchen um ihre vollgeschriebenen Hefte bauenden Streber hätte sich Wissen um das korrekte Anlegen der Turnierrüstung oder die Tugenden allgemeiner Höflichkeit gesellt. Aber Obacht! Chrétien de Troyes war eben kein Philosoph oder gar Ratgeberschreiber, sondern Romancier. Was auf seinen frommen Wunsch folgt, ist eine wilde Helden- und Liebesgeschichte zwischen Erec und Enide, nichts anderes als Sex and Crime und also hatte er sich vorab zu versichern, dass nur wer schweige, selbst über scheinbar wertlose Geschichten, sich schuldig mache… Denn wie bitte sonst hätte er den Vortrag einer solchen Räuberpistole verantworten sollen? Wer übrigens Spass an Räuber- und Abenteuergeschichten hat, dem sei dieser erste Artus-Roman ans Herz gelegt, herausgegeben u.a. – und hier zitiert nach Reclam jr., Stuttgart.
