Sie ist ein Geschenk des Himmels, auch wenn es in den Annalen und nicht zuletzt in ihrem Namen – durchaus korrekt – anders notiert ist. Heute steht sie auf meinem Einkaufs- und Erledigungszettel, wie an vielen anderen Tagen auch: Die Amerika-Gedenkbibliothek eine Lieblingsbibliothek zu nennen, greift viel zu kurz. Sie ist Ankerpunkt an trüben Tagen, Schatzkammer, kürzester Weg zur Fachliteratur (natürlich nicht immer), Treffpunkt, Café (seit neustem), Überraschungsei. Hier ist gut durchatmen, auch wenn es muffig ist, vor allem im Winter, wenn alle mit ihren nassen Schuhen über den Teppichboden laufen (der ist allerdings seit kurzem wegrenoviert, das wird also besser werden). Dass der damalige US-amerikanische Außenminister Dean Acheson zur Einweihung kam, zeigt, wie hoch das Haus und seine Bedeutung für die Stadt von Anfang an eingeschätzt wurde: Eine Bibliothek, die für Freiheit steht, eine unaufgeregte, kleine persönliche Freiheit, die sich jeder auf seinen Erledigungszettel schreiben kann, jederzeit: „die Freiheit zu lernen, zu studieren, die Wahrheit zu suchen“, wie es Acheson – wesentlich anspruchsvoller – zur Grundsteinlegung formulierte.
Nein, es schneit noch nicht in Berlin. Das ist ein Foto vom letzten Winter, wo es noch müffelte drinnen – außerdem haben wir ja gerade fast Vollmond: heute sind, wenn keine Wolken, 97% vom Mondgesicht sichtbar!
