Beim Lesen Pilze sammeln,

oder vielleicht gleich mal nach Marbach am Neckar reisen, ins Literaturarchiv, wo gedruckte Buchstaben und Wörter noch so aufbewahrt werden, wie sie einst erdacht waren: auf Papier. Handschriften sind natürlich auch zu sehen, solche, die ein Lesen unmöglich machen und die Schrift zu dem, was sie uns meist nicht ist: pure Graphik. Ulrich Raulff, Direktor des Archivs, hat gerade ein eigenes Buch veröffentlicht, „Wiedersehen mit den Siebzigern“, ein – wenn man den Rezensenten glauben darf – wilder Ritt durch die Lektüren seiner Jugend, vor allem in Paris, wo er damals studierte. Lesen, so sein Credo, ist nicht unbedingt verstehen. Wer wild liest (und auch das ist eine seiner Glaubensbekenntnisse), mag sich vor allem verirren. Wenn er dann plötzlich auf Bekanntes stoße, sei das, wie Raulff es beschreibt, wie Inseln im Meer des Unbekannten, oder eben Pilze, die plötzlich vor einem aus dem Waldboden wachsen. In diesem Sinne: Es ist Herbst, sammeln Sie Pilze!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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