Es wird Herbst, die Sommersachen müssen raus aus dem Kleiderschrank. Zeit, die verschiedenen Stücke durchzusehen. Können die vielleicht weg? Dann, plötzlich: Das würde bestimmt *** (meine persönliche Großfeindin) gut stehen. – Was!? Meine Kleider für doofe Leute? Da kann ich ja gleich… Joseph Brodsky nennt es „ein Gebot der Vorsicht“, die eigene Garderobe zu prüfen, um zu sehen, welche Kleidungsstücke einem Fremden passen würden: „Sie werden überrascht sein, wieviele Dinge, die Sie als gut und als Ihnen gehörig betrachten, ohne große Änderungen Ihrem Feind angemessen wären.“ – Soll sie doch im Winter mit meinem Sommerkleid herumlaufen! – ? – Entschuldigung. Vielleicht sollte ich meine Garderobe ändern? Nicht mehr – aus Bequemlichkeit – casual gehen, sondern wilde Kleider tragen für weniger Zustimmung? Zum Nachlesen: Joseph Brodsky, Rede zur Abschlussfeier, in: Flucht aus Byzanz.

Anke Nolte 26. September 2014
Kleider machen Leute. Mein Kleid verwandelt mich. Ich bin mein Kleid. Wer bin ich ohne mein Kleid? Wie auch immer: Dieses wilde Kleid steht dir bestimmt ganz hervorragend – habe es nicht an dir gesehen! Für Sommer und für Herbst und fürs Tanzen: Habe mir ein braves, damenhaftes Kleid gekauft – eine wilde Entscheidung!
LikeLike