Meine Wahrheit, was das Schreiben angeht, ist eher bedrückend: Ohne Computer hätte ich nie auch nur einen „professionellen“ Satz geschrieben.
Die Einsicht kam mir, als ich über das Schreiben mit Federn las, und wie widerspenstig diese Art für die Schreibenden war. Denn so eine Feder musste nach vielen Regeln erst mal angespitzt werden. Und auch den Tintenfluss galt es zu beachten, sonst kleckerte die Feder nur vor sich hin. Ein Geduldsspiel, auch etwas, was Training bedurfte. Davon mal ganz abgesehen, dass man als Schreibende:r immer ein paar Federn bei sich haben musste. Mal eben eine Feder kaufen, war damals nicht.
Und bei mir wird es eng, wenn der Strom ausfällt.
Wie kommt es, dass ich die Widerständigkeit des Schreibens nicht beherrsche? Ist es einfach mangelnde Geduld? Oder wäre es am Ende doch möglich? Also wie wenn man umgekehrt doch noch zum Start findet? Immerhin liebe ich Papier in allen Formen. Als große Bögen, schön in Hefte formatiert, als Blocks, Briefseiten, Karten, was auch immer…
Könnte es sein, dass ich das Einhändige schwierig finde? Ich war als Kind in der Lage, mit der linken Hand zu schreiben, etwas, was mir natürlich abgewöhnt wurde. Kein Drama damals. Aber vielleicht mag mein Hirn beim Schreiben lieber zwei Hände ansteuern, als nur eine. Zugegeben, eine eigenwillige Diagnose… Aber vielleicht ist was dran. Weil ich mir diese Abneigung gegen die Handschriftlichkeit nicht erklären kann.
Umgekehrt: Toll, dass es Computer gibt, und dass ich diesbezüglich zur „richtigen“ Zeit geboren wurde. Der leere Bildschirm hat für mich eine nie endende Faszination. Als ob es ein Raum wäre, vor dem die Buchstaben erscheinen. Nicht auf einem Material, sondern davor – ähnlich wie in einem Film. Wie wenn es eine „automatische“ Distanz zwischen mir und dem Text gibt, die ich brauche, um das Geschriebene als zu bearbeitendes Material zu verstehen.
Was ich meine: Schreiben ist extrem eigen. Jeder Mensch schreibt anders. Und wer Lust dazu hat, sollte rumprobieren. Nichts muss, alles kann (hihi). Im Grunde geht es nur darum, Kopf und Hände zu verbinden. Oder aber es mal mit der Stimme zu probieren. Andy Warhol hat nur diktiert. Und auf diese Weise tolle Bücher geschrieben.