Kategorie: Allgemein

Süßspeisen…

waren im alten Japan kein Nachtisch, sondern, wer so will, ein Teetisch: Süßes Obst und Nüsse, die zum Nachmittagstee gereicht wurden. Im Laufe des 16. Jahrhunderts kam der Zucker über Portugal, China und Indien nach Japan. Die dortigen Köchinnen und Köche ließen sich nicht lange bitten. Doch erst in der Edo-Zeit, also ab dem 17. […]

„Ich aber erwidere, dass ich ein ganz anderer Mensch geworden bin…“

Tatsächlich war Adelbert von Chamisso (Ende Januar 1781 als Louis-Charles-Adélaide de Chamissot auf Schloss Boncourt in der Champagne geboren) von früh an anders. Die Revolution zwang seine Familie ins deutsche Exil, und als es möglich wurde, wieder in die Heimat zu ziehen, war Adelbert unmerklich zu einem anderen Menschen geworden, der in Frankreich ein Deutscher, […]

„Anders“

heißt das neue Buch von Andreas Steinhöfel , das am 1. Oktober im (übrigens sehr wundervollen Königskinder Verlag) erschienen ist. Und eigentlich, so dachte ich, könnten alle bisherigen Bücher von ihm „Anders“ heißen, denn stets erzählt er Geschichten von Menschen, die anders sind, oft am Rand der Gesellschaft stehen oder sich gegen das Unverständnis ihrer […]

Ein Lob des Schlafs

singt die kanadische Schriftstellerin Anne Carson in ihrem Essay „Jeder Abschied eine Ankunft“, der übersetzt 2006 in der „Neuen Rundschau“ erschien. Eine faszinierende Recherche, in der sie dem Schlaf in der Literatur nachgeht, und auch hier die Aufteilung in jene findet, die sich in einen gesunden Schlaf – wie sie schreibt – „retten“ können und […]

Der Traum der Könige

Es waren ausdrücklich Ausländer, die in dem neugeborenen Jesuskind den Sohn Gottes erkannten, Weise aus dem Orient, die seinen Stern hatten aufgehen sehen, wie es im Matthäus-Evangelium (und ausschließlich da) berichtet wird. Sie machten sich auf den Weg, folgten dem Stern, sahen das Kind, fielen vor ihm nieder und huldigten ihm (von sehr großer Freude […]

„Ich gehe täglich in die Landschaft,…“

„… die Motive sind schön, und ich verbringe auf diese Art meine Tage viel angenehmer als anderswo.“ So schreibt Paul Cézanne einen Monat vor seinem Tod an seinen Sohn, der wie er selbst Paul Cézanne heißt. Seine Tage sind gezählt, er fühlt sich verstört, von seinem Gehirn mehr und mehr im Stich gelassen, er lebt, wie […]

Aus dem Wasser betrachtet,

um noch einmal die Fisch-Perspektive einzunehmen, könnte man uns Landwirbeltiere vielleicht etwas abfällig als stark abgeleitete primitive Fische bezeichnen, die aus dem schönen wässrigen Medium an das ekle trockene Land vertrieben worden sind – und hätte damit eine ganz neue Deutung der biblischen Paradies-Geschichte.

Ich verliere Zeit,

wenn ich renne. Diesen Widerspruch habe ich lange nicht verstanden. Und ich bin auch noch lange nicht soweit, mit dem Rennen aufzuhören. Es ist einfach zu verlockend. Nur einen Atemzug stehen zu bleiben, ist manchmal schon der Ausweg. Wie in Alpträumen, in denen der Verfolger näher kommt, je schneller man rennt. Und der plötzlich an einem […]

Klein und Groß

Autoren, die für Kinder schreiben, werden oft nur als „halbe“ Autoren wahrgenommen: schließlich schreiben sie bloß für die Kleinen. Andreas Steinhöfel wies kürzlich in einem Interview darauf hin, dass der deutsche Sprachgebrauch für Kindergeschichten den Begriff „Kinderbuch“, nicht jedoch (oder nur für „Klassiker“) den der „Kinderliteratur“ bereit halte. Der „Kinderlyriker“ – wie er in Wikipedia […]

Der Andere: Ein Rätsel, das uns wach hält

Bei seiner heutigen ersten Vorlesung zum Thema „Zeit des Anderen“ hat Prof. Byung-Chul Han zunächst mit dem Mikrofon gekämpft und mit einer hustenbrüchigen Stimme. Er sei, so konnte man zwischen Tonverzerrungen, Rückkopplungen, Räuspern und ausfallender Technik hören, am Wochenende bei einer Aufführung von „Tristan und Isolde“ gewesen. Erst schien er auf den Narzissmus unserer heutigen […]