Kategorie: Allgemein

Schreiben, Fortsetzung

Schreiben bedeutet unter den Zäunen herkriechen, über Bäche springen, Felder durchqueren, Umwege gehen, nachts nicht nach Hause kommen. Schreiben bedeutet, Löcher in den Manteltaschen zu haben, aus denen die schönsten Steine fallen, die große Liebe nur von Weitem zu sehen, von den Hunden gejagt – oder zumindest beargwöhnt zu werden. Schreiben ist ein dauerndes Unterwegssein. […]

Liebst du schon oder wirst du noch?

Eine „verschämte Lektüre“ habe ich auch – sozusagen auf der langen Strecke – zu bieten: Frauenzeitschriften! Trotz guten Zuredens greift stets wieder eine meiner Hände zu neusten Exemplaren, die sich im Supermarkt präsentieren, abends wird die Beute dann zerfleddert, das Horoskop zuerst und so fort. Gestern war wieder so ein Abend, ich habe mich über […]

Sich freuen!

Nicht, dass ich etwas gegen das Glück hätte. Nur ist es in letzter Zeit so groß geworden, groß vor allem im Anspruch, nun doch bitte im kleinsten Zipfel wahrgenommen, zum Ziel gekürt oder zumindest zum täglichen Mantra ernannt zu werden. Ich mag Fortuna, wie sie auf ihrem Ball, Einrad, Skateboard durch die Gegend rast, und […]

Bitte nicht stören!

Unterbrechungen sind die Ungeheuer des Alltags. Meist kommen sie ganz harmlos daher, eine Nachbarin klingelt, weil sie ein Ei braucht, die Freundin ruft an, um ein Treffen zu verschieben, der Postbote bringt ein Paket fürs Vorderhaus vorbei, das Steuerbüro braucht eine Kontonummer, die Sahne ist derweil im Kühlschrank ausgelaufen, und in einer halben Stunde ist […]

In eigener Sache

Ich bin Kunsthistorikerin. Schon während des Studiums musste ich mir viel vom Wolkenkuckucksheim, vom Elfenbeinturm anhören und bin bis heute einigen im Verdacht, nichts „Ordentliches“, zumindest nichts Handfestes zu tun. Manches Mal habe ich selbst so etwas in der Art gefürchtet. Um so überraschter war ich heute Morgen, Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, […]

Antikensehnsucht

hatte ich bislang noch nie. Aber was nicht ist, kann ja eines Tages doch mal vorbeikommen. Bei mir in Gestalt (jaja, die Göttinnen und Götter verwandeln sich nach Gutdünken = erste Lektion der Antikenreise) von Homers Odyssee in der Übersetzung von Kurt Steinmann (Manesse, 2007/2011). Keine Ahnung, wo der Anfang lag, die Schlinge, die zuzog, […]

Warum sind wir eigentlich befreundet?

Die Unendlichkeit zu durchmessen – das hätte ich als kleines Mädchen sicher nicht sagen können. Aber die Idee, „mit Dir gehe ich egal wohin“ kannte ich schon. Gesten machen uns zu Freunden, vermutet Deleuze, wir senden Zeichen aus und wer die Zeichen liest, wird unser Freund (und umgekehrt) – auch wenn er/sie nicht unbedingt gleicher […]

Fließende Wünsche

„Was wünschst Du Dir?“ ist eine häufig gestellte Frage vor Geburtstagen. Was wünsche ich mir? Oh, dass diese Frage überflüssig wäre: Wo sind die Menschen, die mir alle Wünsche von den Augen ablesen? Von wegen! Eigenen Wünschen auf die Spur zu kommen ist wesentlich komplexer als Wunschlisten zu schreiben. Obwohl die helfen – manchmal. Wünsche […]

Hoffnung

Siegfried Lenz schreibt: „Es trifft gewiß zu, daß die Hoffnung eine Gnade ist. Aber fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren.“ Ich denke: Hoffnung, keine Angst!

Schreiben

Mit der Hand Linien ziehen. Wobei!? – Die Druckbuchstaben von heute ähneln eher Buchstabenprozessionen, mächtigen Zeichenkolonnen. Ursprünglich geritzt, gekratzt für die Ewigkeit, für das vergessliche Gedächtnis, für die Verwaltung, die Enkel für – was eigentlich? Wer professionell schreibt, arbeitet für ein Publikum oder für eine Zielgruppe, wenn es besonders schlimm kommt. Wer schreibt, schreibt vielleicht […]