Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Happy Birthday, Mark Rothko!

Auf dem Zenit seiner Bekanntheit (und Beliebtheit) strahlten seine Bilder. Mark Rothko, in Lettland geboren (dort – in Dünaburg damals noch russisch – schon am 12. September 1903, nach dem julianischen Kalender), kam mit 10 Jahren nach Amerika. Das Studium an der Yale Universität brach er nach zwei Jahren ab, seine erste Einzelausstellung hatte er […]

Nachts, am Fluss

Manchmal gelange ich abends an einen Fluss. Es ist ein tropischer Fluss, der vor einem hohen Wald in der Dämmerung liegt. An einer einfachen Anlegestelle sind Boote vertäut. Boote ohne Ruder, in die man einsteigt und sich hinlegt. Wer es losmacht, habe ich noch nie gesehen. Ich bekomme einen kleinen Schubs und schon treibt das […]

Vom Hasen lernen,

heißt rasen lernen. Natürlich ist auf dem Bild ein Kaninchen zu sehen. Unter gewissen Umständen sind Kaninchen auch Hasen, s. Wikipedia etc., pp. Ihre Gabe des Rasens haben andere schon schöner gewürdigt. Zum Beispiel John Muir: „Kaninchen huschen von Dickicht zu Dickicht zwischen den Fliedersträuchern, und gelegentlich sieht man einen langohrigen Hasen anmutig über die […]

Die Ein-Stück-Sammlung

Sammeln ist nicht so meins. Dennoch habe ich einige Sammlungen. Angefangene Sammlungen, die – unfreiwillig – schon nach dem ersten Erwerb abgeschlossen blieben. Zumindest in der Realität. Im Kopf sieht es anders aus. Betrachte ich das Sammlerstück – in Sekundenschnelle nur häufen sich zum Beispiel Tüten. Wundertüten aus aller Herren Länder… (zugegeben, ich sehe gerade […]

Wildwechsel im Schrank

Es wird Herbst, die Sommersachen müssen raus aus dem Kleiderschrank. Zeit, die verschiedenen Stücke durchzusehen. Können die vielleicht weg? Dann, plötzlich: Das würde bestimmt *** (meine persönliche Großfeindin) gut stehen. – Was!? Meine Kleider für doofe Leute? Da kann ich ja gleich… Joseph Brodsky nennt es „ein Gebot der Vorsicht“, die eigene Garderobe zu prüfen, […]

Draußen regnet es (Berlin)

Er malte für den König – meist über Wochen, an einem Bild. Sie sagte einmal, „ich bin nicht Cézanne“. Sie trank zu viel, wie ihr Vater. Beide suchten in ihren Leben nach Kunst. Von Jean Baptiste Chardin sind ca. 200 Gemälde überliefert. Doch ist Vorsicht geboten, denn er kopierte sich gerne selbst. Joan Mitchell gilt […]

„Ich sagte: grau – gestern…“

Und ich bin längst nicht die erste, die das schreibt, denn es handelt sich (die Anführungsstriche rufen es laut aus!) tatsächlich um ein Zitat. Rainer Maria Rilke beginnt mit diesem Satz einen Brief vom 24. Oktober 1907 an seine Frau. Und es ist keineswegs das Grau des Alltags, auf das er noch einmal zurückkommt, sondern […]

Göteborger Vogeldame

Der Alltag, aus dem das Foto stammt, ist schon über eine Woche her und war in Wahrheit ein Ferientag. Aber was heißt das schon? Es ist eh alles eins – same, same, but different –  für eingefleischte Alltagsmenschen = ein Thema, das hier noch zu streifen wäre, aber erst mal zurück zu der Vogeldame, die […]