Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Sahne schlagen

Nein, das ist kein Bewerbungsfoto für mich als Food-Bloggerin. Das ist einer der eher schönen Fehler, die ich in den letzten Tagen produziert habe. Was haben wir gelacht… Das Jahr ist fast vorbei. Ich habe mich dünn gemacht in den letzten Monaten, was das Blog-Schreiben angeht. Es waren dünne Tage. Alle eher kurz, alle eher […]

Der tote Fuchs

Er ist ausgestopft. Dennoch denke ich, er schläft. Und ich möchte ihm so gerne über das Fell streicheln. Weil ich früher mal Stofftiere hatte? Oder was läuft hier falsch? Der tote Fuchs als jemand, den ich nicht mehr erreichen kann (der Lebende hätte sich vermutlich auch nicht um mich geschert). Oder ein Fuchs wie ein […]

Blau im Kopf

Die Wirkung ist ähnlich – hat aber nichts mit „blau sein“ zu tun. Ich war eine Woche am Mittelmeer und habe hauptsächlich geschlafen und am Meer gesessen. Kein tolles Programm, und alle, die mit großen Augen fragen, was ich denn in der Woche gemacht habe, muss ich enttäuschen. Es ist auch nicht so, dass ich […]

Und wenn nichts mehr geht: London

Tatsächlich hatte ich das Wochenende zu einer Zeit gebucht, in der vom Umzug meines Vaters in meine Berliner Nachbarschaft noch nicht zu denken war. Als es soweit war, kam ich mir vor wie jemand, die sich still und heimlich von der Bühne schleicht. Nur halbwegs klar im Kopf und hier möchte ich ausdrücklich der Telefonistin […]

Mich vom „müssen“ verabschieden

Manche Einsichten lassen Jahre – ach was, Jahrzehnte – auf sich warten. So bin ich mit dem eisernen Gesetz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ groß geworden. Ein strenger Leitfaden, der mich Disziplin gelehrt hat. Aber die Sache mit dem „erst mal“ etwas „müssen“, bevor ich etwas „darf“ hat auch eine Schattenseite. Denn es geht […]

Mehr als eine Couch

Eigentlich ein genialer Schachzug – Patient*innen einzuladen, sich auf eine Couch zu legen. Denn wenn es „ums Eingemachte“ geht, ist nichts kontraproduktiver, als ein Kopf on top, oder der Verstand im Anschlag. Nichts gegen Verstand. Aber Gefühle oder Stimmungen lassen sich fürs Erste nicht verstehen. Sie sind flüchtig wie Wolken. Und es geht zunächst darum, […]

Lang machen

Der Hase im Viktoriapark ist so groß wie anderer Leute Schäferhund. Aber er ist viel kuscheliger und immer noch niedlich, auch wenn die Größe im ersten Moment wirklich erschreckt (mich zumindest…). Gestern auf dem Weg ins Büro habe ich ihn gesehen, und mich gefreut. Denn auch wenn ich einige Stapel auf dem Schreibtisch habe, ist […]

Es geht um den Erhalt der „öffentlichen Wohnzimmer“

So zumindest sieht es laut Spiegel online Ingrid Hartges, die Verbandschefin für Hotels und Gastronomie. Es steht eine Erhöhung der Mehrwertsteuer im Raum. Das könnte zu einer neuerlichen Pleitewelle im Restaurantbetrieb führen. Soweit ja. Ich bin für Restaurants. Aber ich störe mich an dem Begriff „öffentliche Wohnzimmer“, den sie wählt. Seit wann ist „öffentlich“ mit […]